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Diese Informationen soll Ihnen helfen, besser mit Gehörlosen zu kommunizieren. Es beinhaltet Anregungen für die Kommunikation mit Gehörlosen und soll mögliche Hemmschwellen abbauen.

Sicherlich haben Sie schon einmal beobachtet, dass Gehörlose untereinander in Gebärdensprache kommunizieren. Diese ist die Basissprache der Gehörlosen. Gebärdensprachen sind gleichwertige, visuelle Sprachen mit einer eigenen Grammatik und spezifischem Lexikon. Sie sind nicht international. In Deutschland gebärdet man DGS - Deutsche Gebärdensprache. Diese hat wie die Deutsche Lautsprache verschiedene Dialekte.
Gehörlose (früher "Taubstumme") sind nicht stumm! Allerdings können sie die Lautsprache nur über visuelle und kinästhetische Rückkopplung erwerben, da sie ihr Gehör bereits vor dem Spracherwerb, vor der Geburt oder in frühester Kindheit verloren haben. Da Gehörlose Ihre Aussprache nicht über das Gehör kontrollieren können, wirkt diese für Hörende zum Teil ungewohnt oder undeutlich.
Darüber hinaus haben viele Gehörlose Schwierigkeiten sich schriftlich mitzuteilen und Texte inhaltlich zu verstehen. Das liegt daran, dass die Grammatiken der Schrift- und der Gebärdensprache verschieden sind und die Schriftsprache für Gehörlose mit einer Fremdsprache vergleichbar ist. So kommt es, dass der Schriftsprachwortschatz bei Gehörlosen manchmal weniger umfangreich ist und der Satzbau nicht immer den grammatischen Regeln der deutschen Schriftsprache entspricht.
In der Regel müssen Gehörlose von den Lippen ablesen, um mit Hörenden
zu kommunizieren. Dies ist nur möglich, wenn bestimmte Voraussetzungen
erfüllt sind. Außerdem ist zu beachten, dass nur 1/3 aller Laute
von den Lippen abzulesen ist.
Heutzutage lernen immer mehr Hörende die Gebärdensprache, so dass
die Kommunikation für beide Seiten besser läuft.
Schau mir in die Augen...!
Auch Gehörlose können nicht sehen, was hinter ihnen gesprochen wird. Deshalb ist es erforderlich, dass Sie sich, bevor das Gespräch beginnt, dem Gehörlosen zuwenden und Blickkontakt aufbauen.

Worum geht's eigentlich?
Nennen Sie Ihrem gehörlosen Gesprächspartner zu Beginn der Unterhaltung das Thema. Dadurch ist es leichter, vom Mundbild auf das Wort zu schließen. Das Gespräch kann besser verfolgt werden. Teilen Sie Ihm auch mit, wenn Sie das Thema wechseln wollen.
Sorgen Sie für klare Sicht!
Die Zigarette im Mundwinkel, Kaugummi im Mund oder ein vom Bart zugewachsenes Gesicht erschweren das Absehen von den Lippen erheblich.
Rücken Sie sich ins richtige Licht!
Achten Sie immer darauf, dass Ihr Gesicht gut beleuchtet ist. Vermeiden Sie es, sich ins Gegenlicht zu stellen, z.B. vor ein Fenster oder eine andere helle Lichtquellen, da Gehörlose sonst beim Absehen von den Lippen geblendet werden.

Das verstehe ich nicht!
Lächeln Sie nicht verlegen und stimmen allem zu, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Bitten Sie um Wiederholung des Gesagten. Wenn das nicht hilft, bitten Sie den Gehörlosen es aufzuschreiben. Wenn der Gehörlose Ihnen erklärt, dass er Sie nicht verstanden hat, wiederholen Sie den Satz oder schreiben Sie ihn ebenfalls auf. Sie haben das Gefühl, dass Sie nicht verstanden worden sind? Fragen Sie lieber noch einmal nach.

Immer langsam!
Sprechen Sie langsam und deutlich, jedoch nicht übertrieben. Eine überdeutliche Aussprache wie "Laaaaaampeeeee" verzerrt ihr Mundbild.
Nicht so laut!
Gehörlose werden Sie trotzdem nicht hören! Schreien verzerrt das Mundbild und macht das Absehen von den Lippen unmöglich. Sie erschrecken höchstens andere Gesprächsteilnehmer.

In der Kürze liegt die Würze!
Längere Sätze, Redewendungen und Füllworte können zu Mißverständnissen führen (z.B. "zwei linke Hände haben", "...dann kann man wohl doch auch...").
Etwas Bewegung kann nicht schaden!
Unterstreichen Sie das Gesagte mit Mimik und Gesten und vergessen Sie nicht zu lächeln. Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr gehörloser Gesprächspartner eine ausdrucksstarke Mimik benutzt, denn diese ist ein Teil der DGS.
Verbesserung des Informationsflusses Bei allen Gesprächen mit mehreren Personen, z.B. Vorträgen, Versammlungen, Gruppengesprächen sowie bei Krisen- und Personalgesprächen, sollte ein Dolmetscher eingesetzt werden. Dieser übersetzt Lautsprache in DGS und umgekehrt und gewährleistet somit, dass die Kommunikation ohne Probleme verläuft. Zusätzlich sind Protokolle empfehlenswert. Hierbei sollten Sie kurze Sätze verwenden. Fachworte sind erlaubt, Fremdworte und Redewendungen sollten hingegen vermieden oder erklärt werden. So wird das Protokoll auch für Hörende verständlicher.

Wichtige Informationen am Arbeitsplatz...
...sollten in Ihrem Unternehmen am "Schwarzen Brett" oder mit Hilfe des Computers allen zugänglich gemacht werden. Teilen Sie Ihren Kollegen Neuigkeiten mit und vergessen Sie nicht, dass auch sie an "Klatsch und Tratsch" interessiert sind.

Sie werden sehen, dass die Kommunikation so viel entspannter und interessanter für Hörende und Gehörlose abläuft. Geben Sie nicht sofort auf, wenn es nicht auf Anhieb klappt - Übung macht den Meister!
Sollten Sie weitere Fragen zum Thema Gehörlosigkeit haben, fragen Sie doch einfach ihre gehörlosen Gesprächspartner.
Haben Sie jetzt Lust bekommen, die Gebärdensprache kennenzulernen? Gebärdensprachkurse in mehreren Stufen werden vom Gehörlosenverband Hamburg angeboten!

Herausgeber: Gehörlosenverband Hamburg e. V. Bernadottestr. 126, 22605 Hamburg
Spendenkonto: Postbank Hamburg BLZ: 200 100 20 - Konto: 26 40 82 202
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